Medizinische… Stroke Unit und…

Stroke Unit & Neurologie

Die Stroke Unit und Neurologie am Kreiskrankenhaus Bergstraße wird in Kooperation zwischen unserer Inneren Medizin II unter Chefarzt PD Dr. Auch-Schwelk und der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg unter dem leitenden ärztlichen Direktor, Prof. Dr. W. Wick, betrieben. Unser Anspruch ist die schnelle und interdisziplinäre Versorgung von akut- und schwerkranken Patienten mit neurologischen Erkrankungen auf höchstem Niveau.

Durch die enge Vernetzung mit dem Universitätsklinikum Heidelberg können alle akuten neurologischen Erkrankungen nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft diagnostiziert und behandelt werden. Schwerpunkt stellt die Behandlung des akuten Schlaganfalls dar. Patienten mit besonders schweren Schlaganfällen, die einer akuten therapeutischen Intervention bedürfen, werden bei Bedarf unverzüglich nach Heidelberg verlegt. Somit können wir den Menschen der Region rund um die Uhr alle heute gängigen Schlaganfalltherapien anbieten.

Sollten Sie Fragen haben, sind wir gerne für Sie da. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Team

Ärzte

Portrait von Prof. Dr. med. Timolaos Rizos

Prof. Dr. Timolaos Rizos, FESO
Oberarzt

Facharzt für Neurologie
Zusatzbezeichnung spezielle neurologische Intensivmedizin
Notfallmedizin
Zertifikate EEG, EMG, EP
Spezielle Neurologische Ultraschalldiagnostik
Botulinumtoxintherapie
Leitung der AG „Vorhofflimmern und orale Antikoagulation“ der Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Heidelberg

Dorith Hangarter
Oberärztin

Fachärztin für Neurologie
Mitglied im Ethikkomitee des Kreiskrankenhauses Bergstraße

Therapeuten & Pflege

Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten

Pflege
Tel. 06252 701 - 334
Fax 06252 701 - 550
pdl(at)kkh-bergstrasse.de

Sozialdienst
Tel. 06252 701 - 598 und - 599
sozialdienst(at)kkh-bergstrasse.de

 

Unsere Philosophie

Im Fokus unserer Arbeit stehen unsere Patienten. Unser interdisziplinäres Team plant die Behandlung für jeden uns anvertrauten Patienten – individuell abgestimmt auf seine Bedürfnisse und die der Angehörigen. Unsere Diagnostik- und Therapieverfahren werden nach den höchsten Qualitätsstandards durchgeführt. Unser Umgang miteinander ist geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und Respekt. Wir legen Wert auf transparente Kommunikation und gute Teamarbeit.

Stroke Unit (Schlaganfallstation)

Die Stroke Unit am Kreiskrankenhaus Bergstraße wurde 2009 eröffnet, stets weiterentwickelt und erweitert. Insgesamt stehen aktuell acht Monitorplätze zur Verfügung. Vornehmlich werden auf dieser Station Patienten mit akuten Schlaganfällen und transitorisch ischämischen Attacken behandelt. Aber auch Patienten mit anderen überwachungspflichtigen neurologischen Erkrankungen können hier therapiert werden. Im Falle einer notwendigen künstlichen Beatmung ist eine Versorgung unserer Patienten auf der interdisziplinären Intensivstation möglich.
Die Stroke Unit dient der Umsetzung eines hoch standardisierten Behandlungskonzepts für akute Schlaganfallpatienten (OPS 8-98b).
Von großer Bedeutung ist neben einer umgehenden Diagnostik und Akuttherapie der rasche Beginn weiterer spezifischer Therapien durch Pflegepersonal, Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden, die möglichst noch am Tag der Aufnahme mit einem individuell angepassten Behandlungsprogramm beginnen.
Da die Behandlung auf einer Schlaganfallstation nachweislich die Sterblichkeit und die Schwere der verbleibenden Behinderung verringert, sind wir bestrebt, möglichst alle akuten Schlaganfallpatienten auf dieser Station zu behandeln, auch wenn sich die Symptomatik bereits wieder zurück gebildet hat.
 

Hirndurchblutung sicherstellen: Thrombolyse und Thrombektomie

Im Rahmen der akuten Schlaganfalltherapie leiten wir als Notfallfallbehandlung bei entsprechender Indikation unmittelbar eine systemische Thrombolysetherapie ein. Dabei wird ein Enzym (rt-PA, Actilyse®) über die Vene zugeführt. Dieses Enzym soll das Blutgerinnsel auflösen. Ziel ist es, die durch das Blutgerinnsel verschlossene Hirnarterie wieder durchlässig zu machen und die Durchblutung des Gehirnes wiederherzustellen. Aufgrund der großen Routine unserer Ärzte bei dieser Behandlung können jährlich so mehr als 100 Patienten behandelt werden.

Bei sehr schwer betroffenen Patienten mit Verschluss sehr großer Hirngefäße führen wir eine sogenannte „Bridging-Lyse“ durch: Dabei wird vor Ort in Heppenheim mit der systemischen Thrombolyse begonnen, die betroffenen Patienten werden dann, unter laufender Lysetherapie und in Begleitung eines Notarztes, unverzüglich nach Heidelberg in die Neurologische Universitätsklinik verlegt. Dort erfolgt eine sogenannte Thrombektomie. Dabei wird das Blutgerinnsel mechanisch mit Mikrokathetern aus den hirnversorgenden Gefäßen entfernt.

Intrazerebrale Blutungen

Wenn als Ursache des Schlaganfalls eine Hirnblutung diagnostiziert wird, erfolgt ebenfalls eine sofortige Aufnahme auf die Stroke Unit. Falls gerinnungshemmende Medikamente die Ursache der Blutung sind, wird deren Wirksamkeit sofort mit Antidoten aufgehoben. Sollten operative Maßnahmen notwendig sein, werden die betroffenen Patienten unmittelbar an die Universität Heidelberg verlegt und dort in Kooperation mit der Neurochirurgischen Klinik weiterbehandelt. Ohne Notwenigkeit eines operativen Eingriffs erfolgt die Behandlung in der Regel auf der Stroke Unit in Heppenheim. Um insbesondere eine Größenzunahme der Blutung zu vermeiden, ist dabei oft eine Blutdruckmessung mittels kleinster Katheter in den Arterien und eine intravenöse Behandlung mit hochwirksamen Blutdrucksenkern nötig.

Teleneurologie: Rund um die Uhr von Experten betreut

Die Stroke Unit wird außerhalb der Regelarbeitszeit durch die diensthabenden Kolleginnen und Kollegen der Abteilung für Innere Medizin betreut. Um die Qualität der Behandlung beim akuten Schlaganfall und bei der Versorgung anderer Patienten mit neurologischen Erkrankungen in Heppenheim auch außerhalb der Kernarbeitszeiten sicherzustellen, besteht eine Einbindung in das teleneurologische Netzwerk der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg. Dadurch können insbesondere Patienten mit akutem Schlaganfall über eine Videoverbindung in der Notambulanz des Kreiskrankenhauses Heppenheim rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche durch einen Facharzt für Neurologie untersucht werden. Hierdurch wird gewährleistet, dass die jeweils richtige Notfalltherapie zeitnah umgesetzt wird.

Neurologische Diagnostik

Eine genaue Befragung (Anamnese) und körperliche Untersuchung sind bei neurologischen Erkrankungen von größter Wichtigkeit. Oft ist es bereits hierdurch möglich, Rückschlüsse auf die Lokalisation der Störung an Gehirn, Rückenmark oder peripheren Nerven zu ziehen. Für die weitergehenden Untersuchungen stehen moderne technische Geräte zur Verfügung, mit denen das Gehirn, das Rückenmark und die peripheren Nerven untersucht werden können. Spezielle Laboruntersuchungen, wie beispielsweise die Analyse des „Hirnwassers“, ermöglichen unter anderem die Erkennung und anschließende Behandlung von Infektionen des Nervensystems. Die wichtigsten und am häufigsten angewandten Verfahren sind:
 

Neuroradiologische Diagnostik

Für die bildgebende Diagnostik beim akuten Schlaganfall, aber auch zur Diagnostik anderer neurologischer Erkrankungen wie Epilepsie, Multiple Sklerose, Demenzen, Meningoenzephalitis, Hirntumoren etc. stehen in Kooperation mit der Radiologischen Gemeinschaftspraxis Heppenheim folgende Verfahren zur Verfügung:

Computertomographie (CT)
CT-Angiographie
Magnetresonanztomographie (MRT)
MRT-Angiographie

Neurosonologie

Bei der Neurosonologie handelt es sich um Ultraschalluntersuchungen, mit denen die hirnversorgenden Gefäße direkt dargestellt werden. Zudem kann eine indirekte Darstellung des Blutflusses erfolgen. Dadurch können krankhafte Gefäßprozesse wie beispielsweise Kalkablagerungen oder Engstellen, die ein erhöhtes Schlaganfallrisiko mit sich bringen, aufgefunden werden. Außerdem werden diese Verfahren zur Emboliedetektion angewandt. Jährlich führen wir nahezu 2000 dieser Untersuchungen durch.

Elektropyhsiologie

Elektrophysiologische Untersuchungen sind unverzichtbar bei der Abklärung unter anderem von Epilepsien, Bewußtseinsstörungen, Demenzen, Multipler Sklerose, Muskelerkrankungen, neurodegenerativer Erkrankungen wie der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS), Polyneuropathien und entzündlichen Polyneuroradikulitiden wie dem Guillain-Barré-Syndrom (GBS). Zu den Elektrophysiologischen Untersuchungen, die bei uns durchgeführt werden, zählen:

Elektroencephalographie (EEG)
Sensible und motorische Neurographie (s/mENG)
F-Wellendiagnostik
Evozierte Potentiale (SSEP, AEP, VEP)
Elektromyographie (EMG)

Liquoranalytik

Die Lumbalpunktion zur Analyse des Nervenwassers (Liquor) ist bei der Abklärung von entzündlichen und degenerativen Erkrankungen des Gehirns (z. B. Meningitis, Enzephalitis, Muliple Sklerose, Sarkoidose, zerebraler Lupus erythematodes, Demenzen und mehr), des Rückenmarks (Myelitis) sowie der Nervenwurzeln (GBS) und Nachweis von Einblutungen (SAB) notwendig. Die Untersuchung des in Heppenheim entnommenen Liquors erfolgt im Liquorlabor der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg.

FEES

Die "Fieberendoskopische Evaluation des Schluckens" (FEES) stellt eine funktionelle Schluckdiagnostik dar und unterstützt die klinisch-logopädische Beurteilung der Schluckfunktion. Die FEES hat einen substantiellen Einfluss auf das Ernährungsmanagement schluckgestörter Patienten und kann eine sogenannte stille Aspiration aufdecken. Das bedeutet, dass diese Patienten sich zwar verschlucken, dabei aber kein Hustenreflex ausgelöst wird, um die Atemwege zu reinigen. Ist dies bekannt, können die Ernährungsform angepasst und die Patienten vor Lungenentzündungen durch eingeatmete Nahrung (Aspirationspneumonie) bewahrt werden. Diese FEES Untersuchungen werden derzeit in Kooperation mit niedergelassenen Kollegen Heppenheimer HNO-Praxen durchgeführt.

Kardiologische und internistische Diagnostik

Kardiologische und andere internistische Untersuchungen sind bei Schlaganfallpatienten und auch bei anderen akuten neurologischen Erkrankungen höchst relevant. Durch die Einbindung der Stroke Unit in die Kardiologie am Kreiskrankenhaus Heppenheim können diese Untersuchungen direkt in unserer Abteilung durchgeführt werden.

Spezielle Diagnostik

Sollten zur weiterführenden Diagnostik Spezialuntersuchungen notwendig sein, die am Kreiskrankenhaus in Heppenheim nicht zur Verfügung stehen, werden diese an der Universitätsklinik Heidelberg durchgeführt. In manchen Fällen müssen Patienten dafür nach Heidelberg verlegt werden. Oft kann die weitere Versorgung im Anschluss daran wieder heimatnah in unserer Klinik erfolgen.

Neurologische Therapie

Bei der neurologischen Therapie und der individuellen therapeutischen Planung ist jeder Patient immer ganzheitlich zu betrachten. Die häufigsten neurologischen Erkrankungen, die wir am Kreiskrankenhaus diagnostizieren und therapieren, sind aktuell: Akute Schlaganfälle (einschließlich Hirnblutungen), Epilepsien, akute Schwindelerkrankungen, akute Kopfschmerzen und akute entzündliche Erkrankungen des Nervensystems. Unsere Klinik verfügt über moderne diagnostische Verfahren und Therapien. Eine Übersicht finden Sie hier:
 

Thrombolyse und Thrombektomie

siehe Abschnitt Stroke Unit (Schlaganfallstation): "Hirndurchblutung sicherstellen: Thrombolyse und Thrombektomie" 

Neurologische Pharmakotherapie

Wir sind in der Lage, das gesamte Spektrum der Neuropsychopharmakotherapie anzubieten. Hierzu zählen beispielhaft die Einstellung von Patienten mit Epilepsie, M. Parkinson sowie die akute Schubtherapie bei Multipler Sklerose mittels Urbasonpulstherapie.

Behandlung von Hirntumoren

Bei Verdacht auf einen Hirntumor oder Ausbildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) im Gehirn führen wir die Erstdiagnostik durch und behandeln akute Komplikationen wie zum Beispiel epileptische Anfälle. Die weiterführende Diagnostik („Staging“) und die spezifische Behandlung von Hirntumoren oder Metastasen erfolgt dann in der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg, die integraler Bestandteil des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist.

Spezielle Therapieverfahren

Sollten spezifische Spezialtherapien notwendig sein, die am Kreiskrankenhaus nicht zur Verfügung stehen, werden diese an der Universitätsklinik Heidelberg durchgeführt. In manchen Fällen müssen Patienten dafür nach Heidelberg verlegt werden. Oft kann die weitere Versorgung im Anschluss daran wieder heimatnah in unserer Klinik erfolgen.

Rehabilitation

Schon während der Akutbehandlung in unserem Haus beginnen unsere Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten mit einem intensiven Therapieprogramm, das nach einer akuten neurologischen Erkrankungen oftmals im Rahmen einer anschließenden Rehabilitationsbehandlung nach dem Krankenhausaufenthalt fortgesetzt wird. Für die Rehabilitationsbehandlung verlegen wir unsere Patienten in entsprechende spezialisierte umliegende Kliniken. Unser Sozialdienst hilft, die jeweils optimale Einrichtung zu finden und unterstützt unsere Patienten zudem während des Krankenhausaufenthaltes bei persönlichen, sozialrechtlichen, finanziellen und beruflichen Fragen, die in Zusammenhang mit ihrer Erkrankung und Therapie stehen.

Netzwerk

Um auch für Patienten mit komplexen neurologischen Erkrankungen eine passende Therapie zu gewährleisten, finden regelmäßig interdisziplinäre Fallbesprechungen in Form von Konferenzschaltungen mit den Kollegen der Heidelberger Neurologie, Neuroradiologie und Neurochirurgie sowie unserer Inneren Medizin und Gefäßchirurgie statt. Falls nötig, können Patienten für eine weitergehende Diagnostik und Therapie jederzeit an die Uniklinik verlegt werden. Nach der dortigen Behandlung wird dann – je nach Erkrankung – die weitere Versorgung oft wieder heimatnah in unserer Klinik durchgeführt.
Wir sind Mitglied des Schlaganfallversorgungsnetzwerkes F.A.S.T. der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg.

Informationen für Zuweiser

Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wir nehmen an der regionalen Notfallversorgung im Rahmen der interdisziplinären Notaufnahme des Kreiskrankenhauses Bergstraße teil. In der Notfallambulanz können Sie jederzeit Notfälle oder auch dringend zu behandelnde Patienten vorstellen. Wir bitten Sie, Notfallpatienten unbedingt über das Stroke-Telefon 06252 701 - 92444 vorab anzukündigen und uns wichtige medizinische wie auch persönliche Daten zu übermitteln.

Dies ist insbesondere im Falle eines akuten Schlaganfalls von höchster Wichtigkeit!

Möchten Sie einen Patienten elektiv einweisen, können Sie das gerne unter Telefon 06252 701 - 92191 tun.

Bitte faxen Sie uns dazu die Vorbefunde an 06252 701 - 569, so dass wir uns ein angemessenes Bild machen, die Anmeldungen priorisieren und so den gesundheitlichen Problemen Ihres Patienten gerecht werden können.

Wir sind von der Kassenärztlichen Vereinigung nicht zur ambulant-neurologischen Diagnostik von Kassenpatienten ermächtigt. Wir bitte Sie, dies zu beachten.

Kontakt

Sekretariat Innere Medizin II
Tel. 06252 701 - 210
Fax 06252 701 - 343
innere2(at)kkh-bergstrasse.de

Stroke-Telefon
06252 701 - 92444

Hinweis: Das Stroke-Telefon ist für den Rettungsdienst und zuweisende Ärzte bei akuten Notfällen.

Jede Minute zählt!

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall begeben Sie sich bitte SOFORT in die Notfallambulanz oder rufen Sie den Rettungsdienst (112). Gehen Sie nicht erst zu Ihrem Hausarzt! Dies verzögert die Therapie erheblich. Beim Schlaganfall zählt JEDE Minute für die Chance auf einen Heilungserfolg.