Großer Andrang beim Gesundheitsforum Bergstraße
Aktuelles und Pressemitteilungen | 15.09.2026
Der Kurfürstensaal in Heppenheim war bis auf den letzten Platz besetzt. Mehr als 180 Interessierte waren gekommen, um sich über das Thema Demenz zu informieren. Der Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie, Dr. Csaba Franz Reich, stellte zunächst die Erkrankung Alzheimer-Demenz vor und grenzte sie von dem Delir und der Depression ab. „Während eine Demenz typischerweise schleichend beginnt, tritt ein Delir meist akut auf und kann bei Behandlung der zugrunde liegenden Ursache vollständig geheilt werden. Auch depressive Erkrankungen können mit Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen einhergehen und sind grundsätzlich behandelbar,“ so Reich.
Zu den frühen Symptomen einer Alzheimer-Demenz gehören unter anderem Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und Schwierigkeiten bei der Wortfindung. Im weiteren Verlauf können zunehmend alltägliche Handlungen, Orientierung und Sprachvermögen beeinträchtigt werden. In einem fortgeschrittenen Stadium sind schließlich auch grundlegende Fähigkeiten und das Erkennen des eigenen Umfelds erheblich eingeschränkt. Wichtig sei eine frühe Erkennung der Erkrankung, sagt Reich.
Neben den bereits etablierten medikamentösen Behandlungen stellte der Experte die Alzheimer-Antikörper Lecanemab und Donanemab vor. In einem frühen Stadium können diese den Krankheitsverlauf relevant verlangsamen. Gleichzeitig verwies er auf die bestehenden Voraussetzungen, Risiken und Grenzen der Therapie. So seien die Medikamente nicht für alle Menschen mit Alzheimer-Demenz geeignet und erforderten zudem eine umfassende Diagnostik sowie eine engmaschige medizinische Kontrolle.
Potenziell kann der Krankheitsverlauf deutlich verzögert werden. „Bewegung spielt eine sehr wichtige Rolle in der Prävention“, so der Arzt. Regelmäßige körperliche Aktivität kann bekannte Risikofaktoren positiv beeinflussen, da die Durchblutung des Gehirns, die neuronale Vernetzung und die kognitive Leistungsfähigkeit dadurch gesteigert werden.
Körperliche Aktivität kann darüber hinaus zu einer besseren Schlafqualität und verlängerten Tiefschlafphasen beitragen, wodurch wiederum das sogenannte glymphatische System aktiviert wird, das am Abtransport bestimmter Stoffwechselprodukte aus dem Gehirn beteiligt ist und so vor der Entstehung der Erkrankung schützt.
Im Anschluss an den Vortrag nutzten viele Besucher die Gelegenheit, individuelle Fragen an den Experten zu richten.
Die Veranstaltungsreihe wird am Dienstag, den 22. September 2026, um 18 Uhr fortgesetzt. Dann steht das Thema „Neue Chancen für den Rücken – Neue Erkenntnisse. Neue Möglichkeiten. Mehr Lebensqualität.“ im Mittelpunkt. Die Veranstaltung widmet sich aktuellen Erkenntnissen und modernen Behandlungsmöglichkeiten bei Rückenschmerzen. Die Plätze sind begrenzt. Der Eintritt ist frei.
Pressekontakt Kreiskrankenhaus Bergstraße
Cathrin Müller
Telefon: 0172-6900369
Email: cathrin.mueller@kkh-bergstrasse.de
Viernheimer Straße 2, 64646 Heppenheim