Jeder Tag ist anders. Arbeiten in der Zentralen Notaufnahme.
Aktuelles und Pressemitteilungen | 27.08.2026
Wie würden Sie jemanden, der noch nie in einer Notaufnahme war, Ihren Arbeitstag beschreiben?
Nadja Röhrig: So ein Tag in der Notaufnahme ist schwer in wenige Worten zu fassen. Kein Tag ist wie der andere, man muss sich auf jeden Patienten neu einstellen. In der einen Minute versorgt man eine leichte Verletzung, in der nächsten Minute steht man im Schockraum und versorgt einen schwerstkranken Patienten. Dann muss jeder Handgriff sitzen. Als pflegerische Leitung kümmere ich mich zudem um organisatorische Dinge, wie z.B., dass Abläufe funktionieren, dass das Team gut aufgestellt ist und wir auch bei einem hohen Patientenaufkommen die sichere Patientenversorgung gewährleisten können. Die größte Herausforderung bei dem ganzen ist, trotz des hohen Tempos, den einzelnen Menschen nicht aus dem Auge zu verlieren. Die Mischung aus Organisation, Verantwortung und dem Patientenkontakt, macht die Arbeit in der Notaufnahme so spannend.
Mark Gärtner: Genau. Bei der Übergabe weiß man nie so recht, was einen in den nächsten Stunden erwartet. Innerhalb weniger Minuten kann sich die Situation komplett ändern. Vom kleinen Unfall bis hin zum lebensbedrohlichen Notfall.
Was macht die Arbeit in der Notaufnahme für Sie so besonders?
Nadja Röhrig: Die Notaufnahme ist für die meisten Patienten der erste Berührungspunkt im Krankenhaus und das oft in einer Ausnahmesituation. Wir müssen innerhalb weniger Minuten Entscheidungen treffen, handeln und Leben retten. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dem Patienten Sicherheit zu vermitteln und auf ihn einzugehen. Wir arbeiten als interprofessionelles Team auf Augenhöhe zusammen. Das breite medizinische Spektrum, die Dynamik und der starke Zusammenhalt im Team machen die Arbeit für mich in der Notaufnahme besonders.
Mark Gärtner: Für mich ist es vor allem die Abwechslung. Kein Tag gleicht dem anderen. Man weiß nie, was als nächstes kommt und muss sich immer wieder auf neue Situationen einstellen.
Gibt es eine Begegnung mit einer Patientin oder einem Patienten, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Mark Gärtner: Es gibt viele Momente, die einem in Erinnerung bleiben. Besonders schön sind die, wenn sich Patienten bei uns hinterher bedanken und berichten das durch unsere Hilfe schlimmeres verhindert werden konnte und sie ihr gewohntes Leben fortsetzen können.
Nadja Röhrig: Ich finde es auch besonders schön, wenn uns Patienten oder Angehörige nach überstandener Erkrankung eine positive Rückmeldung geben. Oft sind es Geschichten und Schicksale, die einen über die Jahre begleiten, berühren und auch mal zum Nachdenken anregen. Meistens zeigt sich dabei, wie wichtig das schnelle Handeln und die Teamarbeit in der Notaufnahme sind.
Was hat Sie persönlich dazu bewogen, in der Notaufnahme zu arbeiten?
Nadja Röhrig: Als ich während meiner Ausbildung einen Einsatz in der Notaufnahme hatte, wusste ich schnell, dass es das ist was ich machen möchte. Mich fasziniert die Vielseitigkeit.
Mark Gärtner: Ich finde auch die Dynamik und Abwechslung interessant. Jeden Tag den gleichen Trott zu haben wäre nichts für mich.
Nadja Röhrig: Man muss schnell Entscheidungen treffen und Prioritäten setzen. Nach 13 Jahren Notaufnahme fasziniert mich genau das immer noch. Man wird jeden Tag aufs Neue gefordert und hat gleichzeitig die Möglichkeit, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.
Welche Eigenschaften sollte jemand mitbringen, der sich für die Arbeit in der Zentralen Notaufnahme eines Krankenhauses interessiert?
Nadja Röhrig: Man sollte belastbar und stressresistent sein und auch in hektischen Situationen ruhig bleiben. Teamfähigkeit ist eigentlich das Wichtigste, denn hier funktioniert keiner alleine. Außerdem sollte man flexibel, empathisch und entscheidungsfreudig sein. Und die Bereitschaft haben immer etwas Neues zu lernen. Besonders bewundere ich an meinem Team den Zusammenhalt und die Bereitschaft, sich und auch uns als pflegerische Leitung gegenseitig zu unterstützen, gerade dann, wenn es drauf ankommt.
Mark Gärtner: Dem kann ich mich nur anschließen.
Das klingt nach Stress?
Nadja Röhrig: Natürlich gibt es stressige Situationen. Das gehört zu einer Notaufnahme dazu. Es kommt aber immer darauf an, wie man mit Stress umgeht. Ein eingespieltes Team, klar geregelte Abläufe und gegenseitiges Vertrauen helfen dabei enorm.
Mark Gärtner: Genau. Und wenn das Team in stressigen Situationen Hand in Hand arbeitet und es dann „läuft“, wie wir es gerne nennen, macht gerade das den Reiz der Arbeit aus und gibt einem ein tolles Gefühl!
Was schätzen Sie an Ihrem Arbeitsplatz am meisten?
Mark Gärtner: Die Zusammenarbeit in einem tollen Team und die Möglichkeit Menschen helfen zu können, machen für mich meine Arbeit sinnvoll und wertvoll.
Nadja Röhrig: Mich motiviert, dass ich mit meiner Arbeit etwas bewirken kann, kein Dienst ist wie der andere und jede Entscheidung kann einen Unterschied für unsere Patienten machen. Aber auch mein Team, das jeden Tag sein bestes gibt, motiviert mich sehr. Deswegen ist es mir wichtig, mein Team zu unterstützen, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen und gemeinsam die Herausforderungen des Arbeitsalltags zu meistern.
Verändert die Arbeit in der Notaufnahme auch den Blick auf das Leben?
Nadja Röhrig: Auf jeden Fall! In der Notaufnahme erlebt man jeden Tag, wie schnell sich das Leben verändern kann.
Mark Gärtner: Definitiv. Man erlebt täglich, wie schnell sich das Leben verändern kann. Das führt dazu, Gesundheit, Familie und gemeinsame Zeit bewusster zu schätzen.
Was würden Sie einem jungen Menschen sagen, der darüber nachdenkt, später in der Notaufnahme zu arbeiten?
Nadja Röhrig: Ich würde sagen: Trau dich! Die Notaufnahme ist ein anspruchsvoller aber auch spannender Bereich! Kein Tag ist wie der andere. Und man entwickelt sich persönlich und fachlich stetig weiter. Wer gerne im Team arbeitet und sich gerne Herausforderungen stellt, der ist bei uns genau richtig!
Mark Gärtner: Genau. Wenn du einen abwechslungsreichen Job suchst und vor Herausforderungen nicht zurückschreckst, dann kann ich dir die Arbeit in der Notaufnahme nur empfehlen, du lernst jeden Tag dazu und hast ein tolles Team!
Pressekontakt Kreiskrankenhaus Bergstraße
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