Presse &… Presse 04.05.2026 Stürze im…

Stürze im Alter – wie eine Pflegebedürftigkeit verhindern?

Aktuelles und Pressemitteilungen | 04.05.2026

Stürze zählen im höheren Lebensalter zu den häufigsten Ursachen für Verletzungen, eingeschränkte Mobilität und den Verlust von Selbstständigkeit. Ziel der Veranstaltung war es, Ursachen verständlich darzustellen, Möglichkeiten der Vorbeugung aufzuzeigen und über moderne Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Referent des Abends war Dr. Wolfgang Armbruster, Kommissarischer Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie.

„Rund ein Viertel der Menschen ab 65 Jahren stürzt mindestens einmal pro Jahr, wobei die Sturzhäufigkeit mit zunehmendem Alter ansteigt“ beruft sich der Facharzt auf das Robert-Koch-Institut.

Neben akuten Verletzungen wie Prellungen, Wunden oder Knochenbrüchen kann ein Sturz zu wiederkehrenden Schmerzen, Gangunsicherheiten und der Sorge vor einem erneuten Sturz führen. Diese Entwicklung kann die Selbstständigkeit deutlich beeinträchtigen und in eine Pflegebedürftigkeit münden.

Begünstigung von Stürzen durch mehrere Faktoren

Stürze entstehen häufig durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren: nachlassende Muskelkraft, Sehbeeinträchtigungen, Blutdruckschwankungen, neurologische Erkrankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten Aspekte die gleichzeitige Einnahme unterschiedlicher Medikamente können das Sturzrisiko erhöhen. Ebenso bedeutsam sind äußere Einflüsse im häuslichen Umfeld: Lose Teppiche, Kabel, unzureichende Beleuchtung, glatte Böden, fehlende Haltegriffe oder ungeeignetes Schuhwerk können Stürze begünstigen.

Möglichkeiten zur Vorbeugung von Stürzen

„Regelmäßige Bewegung ist ein wesentlicher Baustein der Prävention“, sagt Armbruster. „Leichtes Krafttraining, insbesondere für Beine und Rumpf, trägt dazu bei, Muskulatur und Stabilität zu erhalten“ führt der Facharzt weiter aus. Bereits kontinuierliche Bewegung im Alltag könne positive Effekte haben.

Zur Vorbeugung gehöre außerdem die Anpassung des Wohnumfelds: eine gute Beleuchtung in allen Bereichen, freie Laufwege, das Entfernen von Stolperfallen wie etwa Kabel, rutschfeste Unterlagen bei Teppichen, sichere Handläufe an Treppen sowie Haltegriffe im Bad.

Hilfsmittel wie Gehstock, Unterarmgehstützen oder Rollator können die Mobilität erhalten, wenn sie individuell angepasst und richtig genutzt werden. Hausnotrufsysteme oder andere technische Assistenzsysteme können zusätzliche Sicherheit bieten.

Das richtige Verhalten nach einem Sturz

Wenn es trotzdem zu einem Sturz komme, sollte Ruhe bewahrt und die Situation zunächst eingeschätzt werde: Wo habe ich mich verletzt? Kann ich das Körperteil noch bewegen? Brauche ich Hilfe von einem Angehörigen oder muss ich den Notruf wählen? 

Bei Verdacht auf Knochenbrüche, Kopfverletzungen, starken Schmerzen oder bei Einnahme blutverdünnender Medikamente ist eine zeitnahe medizinische Untersuchung erforderlich. Auch die Klärung der Sturzursache ist wichtig, um weitere Stürze möglichst zu vermeiden.

Moderne Diagnostik und umfassende Behandlungsmöglichkeiten

Zur Abklärung von Verletzungen stehen der Orthopädie und Unfallchirurgie am Kreiskrankenhaus Bergstraße je nach Situation verschiedene Verfahren wie Röntgen, Computertomographie (CT) oder auch die Magnetresonanztomographie (MRT) zur Verfügung.

Knochenbrüche können konservativ mit Schiene, Orthese oder Gips behandelt werden. Bei instabilen oder verschobenen Frakturen werden operative Verfahren durchgeführt. Ziel ist immer eine möglichst frühe Mobilisation und die Aufrechterhaltung der Selbständigkeit der Patientin oder des Patienten.

Diese profitieren von den kurzen Wegen und der engen Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche innerhalb des Kreiskrankenhauses: Chirurgie, Geriatrie, Physiotherapie und Rehabilitation arbeiten Hand in Hand an einem Ort mit dem Ziel, eine Pflegebedürftigkeit zu verhindern. Durch die Anbindung an das Universitätsklinikum Heidelberg verbindet das KKB regionale Versorgung mit universitärer medizinischer Expertise.

Gesundheitsforum Bergstraße als Angebot für die Region

Mit dem Gesundheitsforum Bergstraße bietet das Kreiskrankenhaus Bergstraße regelmäßig öffentliche Informationsveranstaltungen zu medizinischen Themen an. Medizinische Inhalte werden verständlich und praxisnah vermittelt.

Die Veranstaltungsreihe schafft damit einen wohnortnahen Zugang zu Gesundheitswissen, stärkt die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung und bietet Einblicke in die Arbeit der Fachabteilungen des Hauses.

Die nächste Veranstaltung des Gesundheitsforums Bergstraße „Übergewicht – ganzheitlich chirurgisch behandeln“ findet Dienstag, den 9. Juni 2026, um 17:00 Uhr im Kurfürstensaal in Heppenheim statt. Es werden moderne chirurgische und endokrinologische Behandlungsmöglichkeiten der Adipositas mit anschließender Körperformung vorgestellt. Referenten werden Prof. Dr. med. Phillip Knebel, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Kreiskrankenhaus Bergstraße, Prof. Dr. med. Günther Germann, Plastischer Chirurg, Dr. med. Nikolai Kuz, Leiter der Plastischen Chirurgie am Kreiskrankenhaus Bergstraße und Dr. med. Hannelore Bartl, Endokrinologin am Universitätsklink Heidelberg, sein.

 

Pressekontakt Kreiskrankenhaus Bergstraße
Cathrin Müller
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