Presse &… Presse 06.12.2019 Herztag am…

Herztag am Kreiskrankenhaus Bergstraße mit klarer Botschaft: Keine Angst, Erste Hilfe zu leisten

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SO GEHT ERSTE HILFE. Beim Herztag am Kreiskrankenhaus Bergstraße konnten Besucher in lockerer Runde üben, was im Ernstfall Leben retten kann: die Herzdruckmassage. Anleitungen gaben unter anderem der Chefarzt der Kardiologie, PD Dr. Wolfangang Auch-Schwelk (links), und Fachärztin Dr. Marion Heldmann (rechts). Foto: Kreiskrankenhaus Bergstraße / Thomas J. Zelinger

Veranstaltung der Kardiologie rückt bedrohliche Herzrhythmusstörungen und den plötzlichen Herztod ins Zentrum von Vorträgen

KREIS BERGSTRASSE | Dezember 2019 | „Das einzige was Sie falsch machen können ist nichts machen.“ Es war ein eindringlicher Appell an jedermann zur Ersten Hilfe den Dr. Marion Heldmann beim jüngsten Herztag am Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim formulierte. Thema der Veranstaltung waren bedrohliche Herzrhythmusstörungen, zumeist geht es an dieser Stelle um Kammerflimmern. Betroffenen droht im Ernstfall die Zeit davonzulaufen, der Herztod kann, wenn niemand hilft, binnen kürzester Zeit eintreten.

Beim Herztag wurden Hintergründe und Zusammenhänge des plötzlichen Herztods erklärt. Zugleich eröffneten sich den zahlreichen Besuchen interessante Einblicke in die Herzmedizin am Kreiskrankenhaus. Die Kardiologie der zum Heidelberger Universitätsklinikum gehörenden Einrichtung hat zentrale Bedeutung für die medizinische Versorgung im Kreis Bergstraße und angrenzender Regionen, die Expertise im Haus ist weit gefragt – auch beim Thema Kammerflimmern.

Bei Kammerflimmern kommt es zu asynchronen Herzmuskelbewegungen, die Pumpleistung des Organs fährt binnen Sekunden praktisch auf null zurück, der Kreislauf kollabiert. In Folge drohen schon nach wenigen Minuten mangels ausreichender Sauerstoffversorgung massive Schädigungen des Gehirns, und von Minute zu Minute sinkt die Überlebenschance des Betroffenen um zehn Prozent. Umso wichtiger ist es, dass sich Umstehende ohne zu zögern ein Herz fassen, sofort mit einer Herzdruckmassage beginnen, den Rettungsdienst rufen und bis zu dessen Eintreffen nicht mit der Wiederbelebung aufhören. Hundertmal pro Minute gilt es dabei das Brustbein zu drücken, wenn möglich sollten sich Helfer abwechseln. Die richtigen Handgriffe erklärte Dr. Heldmann beim Herztag. Auch bot sich den Veranstaltungsbesuchern Gelegenheit, an Dummys zu üben und so Hemmschwellen zu überwinden.

Die erfahrene Notfallmedizinerin Dr. Heldmann schloss mit ihren Ausführungen und Vorführungen beim Herztag eine Reihe von Vorträgen ab, die die lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen thematisierten, Ursachen und Folgen erklärten, ebenso wie Möglichkeiten der Prävention. Die Bedeutung der Thematik wurde durch ein Interview mit einem Patienten illustriert, der durch die sofortige Behandlung im Kreiskrankenhaus einen Herzstillstand ohne größere Folgen überlebt hat, und dieses einschneidende Erlebnis eindrücklich schildert. Es waren der Chefarzt der Kardiologie, PD Dr. Wolfgang Auch-Schwelk, zugleich Ärztlicher Direktor am Kreiskrankenhaus, und Ärzte aus dessen Team, die das Thema in seiner großen Bandbreite darstellten. Namentlich referierten neben Dr. Auch-Schwelk und Dr. Heldmann die Oberärztin Dr. Barbara Staller sowie die Oberärzte Dr. Manfred Kester, Dr Christan Langer und Dr. Thomas Schnebelt.

Mehr als 65.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr am plötzlichen Herztod, so Dr. Auch-Schwelk. Oft wirken sie gesund, zeigen nach außen keine Anzeichen einer lebensbedrohlichen Erkrankung. In einer Vielzahl von Fällen geht aber eine Herzkranzgefäßerkrankung und daraus resultierende Gefäßverengungen am Herzen dem Kammerflimmern voraus. Auslöser, so eine der Botschaften beim Herztag, gelte es frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die Ursachen können vielfältig sein, Bluthochdruck, Diabetes, hohe Cholesterinwerte gehören neben anderen Erkrankungen dazu. Entsprechend kann in vielen Fällen ein gesunder Lebenswandel und kann gesunde Ernährung Risiken vorbeugen oder zumindest minimieren. Auch hat die Medizin enorme Fortschritte gemacht: Gefäßverengungen am Herz können inzwischen geweitet werden. Hierzu betreibt das Kreiskrankenhaus ein hochmodernes Katherlabor. Zudem kann Risikopatienten ein kleiner Defibrillator implantiert werden, der im Ernstfall ein aus dem Rhythmus kommendes Herz zurück zum gleichmäßigen Arbeiten bringt.

Kommt es trotz Vorsorge zum Kammerflimmern, ist die von Dr. Heldmann skizzierte Erste Hilfe unabdingbar. „Haben Sie keine Angst vor diesen Maßnahmen“, so die Ärztin, die immer wieder betonte wie entscheidend der Faktor Zeit ist, um Hirnschäden und den plötzlichen Tod abzuwenden. Lebensrettend kann es auch sein, wenn ein öffentlich zugänglicher Defibrillator greifbar ist. Die Geräte hängen in immer mehr Gebäuden und an Plätzen. Der Umgang ist für Laienhelfer denkbar einfach, die Defibrillatoren sind selbsterklärende. „Jeder auf der Welt kann ein Leben retten. Auch Sie“, war eine zentrale Ansage beim Herztag.

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