Presse &… Presse 25.03.2021 Alltag?…

Alltag? Fehlanzeige!

Aktuelles und Pressemitteilungen | 25.03.2021

„Haben Sie es gerade Knacken gehört?“ fragt Dr. Wagner mit einem verschmitzten Lächeln ins Kamera-Objektiv: Schneller als der Auslöser des Fotoapparats war der Arm der Patientin durch gezielte Handgriffe des Notaufnahme-Teams wieder eingerenkt. Foto: KKB

Ein Blick in die Notaufnahme des Kreiskrankenhauses Bergstraße

KREIS BERGSTRASSE | März 2021 | Dass es im Krankenhaus oft zu unvorherseh­baren Situationen kommt, ist selbstredend. Doch wohl an keinem anderen „Arbeitsplatz“ ist ein solch hohes Maß an Flexibilität gefor­dert wie in der Notaufnahme. Wer hier Rou­tine sucht, ist fehl am Platz. Täglich versorgen Dr. Fabian Wagner, Ärztlicher Leiter der Not­aufnahme, und sein Team rund 100 Patien­tinnen und Patienten, die als akute Notfälle mit dem Rettungswagen zu uns kommen, von einem Angehörigen gebracht werden oder eigenständig das Krankenhaus aufsuchen. Rund 80 bis 90 % der Hilfesuchenden mit Beschwerden die Innere Medizin betreffend werden stationär bei uns aufgenommen.

Morgens ab 8 Uhr klingelt hier das Telefon: Die einweisenden Hausärzte kündigen ihre Patienten an, die zur Wieder­vorstellung oder Wundversorgung, mehrheitlich zwecks chirurgischer Eingriffe und zu einem Drittel wegen „Innerer“ Angelegenheiten bei uns behandelt werden müssen. Dass es dabei von Seiten der Patienten und Angehörigen schon mal sehr emotional bis aggressiv zugehen kann, berichtet auch Mark Gärtner, stellvertretender Leiter der Notauf­nahme, der seine Patienten stets ernst nimmt, ohne sich dabei alles zu Herzen zu nehmen. Sieht man einmal von der erforderlichen medizinischen Ausbildung ab, lautet hier das Bewerberprofil ganz klar: stressresistent, belastbar und durchaus multitaskingfähig! Um auch brenzlige Situationen zu lösen, nehmen die Kolleginnen und Kollegen regelmäßig an entsprechenden Fortbildungen teil, die sich mit Themen wie konfliktfreie Kommunikation und Deeskalation beschäftigen. Übergriffe werden im Team besprochen und in unserem Riskop-System eingetragen, ein „Auffang-Gespräch“ federt den unmittelbaren Gemütszustand des betroffenen Mit­arbeiters ab.

Wie überall im Krankenhaus (und im Leben) hat die Lungen­krankheit Covid-19 auch die Notaufnahme vor einige neue Herausforderungen gestellt. So werden hier nun vermehrt Patienten vorstellig, die entweder aus Angst vor Corona das Krankenhaus zu spät aufsuchen, oder die gesund sind, aller­dings die Angst haben, an Corona erkrankt zu sein. So oder so findet seit nun bereits einem Jahr der Erstkontakt in kompletter Schutzausrüstung statt. Jeder Patient erhält mittlerweile sowohl einen Schnell- als auch PCR-Test. Ist ein Patient positiv getestet, werden für ihn die nötigen Schritte zur Quarantäne eingeleitet. Für die Erstversorgung stehen extra ge­packte Medizin-Sets zur Verfügung, die es erlauben, das nötigste Equipment möglichst schnell an der Hand zu haben, ohne unnö­tig andere Materialien zu kontaminieren. So weitblickend hier ge­arbeitet wird, so ganzheitlich ist auch Dr. Wagners Wunsch, die Notaufnahme am Kreiskrankenhaus zu einer interdisziplinären Abteilung auszubauen, die neben den inneren und chirurgischen Akut-Beschwerden auch gynäkologische, psychische und soziale Notlagen auffängt. Bleibt abschließend vor allem eines zu sagen: Trotz aller Ernsthaftigkeit fällt besonders auf, dass es hier durch die gute Laune des Teams sehr häufig lustig mitunter kurios zugeht … Wie beispielsweise die Deodose in rektale Schieflage geriet, bleibt vermutlich für immer im Verborgenen!

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