Ursachen und Warnzeichen bei Kopfschmerzen
Aktuelles und Pressemitteilungen | 27.03.2026
Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden überhaupt. Rund zwei Drittel der Menschen leiden mindestens einmal im Jahr unter Kopfschmerzen. Dabei handelt es sich keineswegs um ein einheitliches Krankheitsbild, insgesamt gibt es 367 verschiedene Kopfschmerzarten.
"In rund 90% der Fälle liegen sogenannte primäre Kopfschmerzen vor", so der Experte. Das sind eigenständige Erkrankungen wie Spannungskopfschmerzen oder Migräne. „Sekundäre Kopfschmerzen sind hingegen Folge anderer Erkrankungen. Diese können ein Warnsignal für ernsthafte gesundheitliche Probleme sein und sollten ärztlich abgeklärt werden“, erklärt Rizos.
Für die richtige Behandlung ist eine genaue Einordnung der Beschwerden entscheidend. Neben der Intensität spielen dabei Verlauf, Dauer und Begleitsymptome eine wichtige Rolle. Bei einer eingehenden Anamnese wird unter anderem abgefragt, ob die Schmerzen einseitig oder beidseitig auftreten, als drückend oder pulsierend empfunden werden und ob zusätzliche Beschwerden wie Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit hinzukommen. All diese Punkte geben wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache. Häufig reicht bereits ein ausführliches ärztliches Gespräch, um die Diagnose einzugrenzen. Bildgebende Untersuchungen werden vor allem dazu eingesetzt schwerwiegende Ursachen auszuschließen.
"Besonders verbreitet ist der Spannungskopfschmerz. Dieser äußert sich meist als dumpfer oder drückender Schmerz und betrifft oft den gesamten Kopf", sagt der Chefarzt. Er sei vergleichsweise gut mit Medikamenten wie Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin behandelbar. Durch Maßnahmen wie Ausdauersport, ausreichend Schlaf oder auch den bewussten Umgang mit Stress kann dem Spannungskopfschmerz vorgebeugt werden.
Anders verhält es sich bei der Migräne. Für viele Betroffene bedeutet diese eine erhebliche Einschränkung im Alltag und ist in unserer Gesellschaft ein häufiger Grund für Krankmeldungen und damit signifikanten Kosten. Migräne geht in Abgrenzung zu dem Spannungskopfschmerz neben starken, pulsierenden Schmerzen häufig mit Symptomen wie Übelkeit und einer ausgeprägten Licht- und Lärmempfindlichkeit einher.
„Auch wenn Migräne bislang nicht heilbar ist, stehen heute wirksame Therapien zur Verfügung, die sowohl akute Anfälle lindern als auch deren Häufigkeit reduzieren können“, so Rizos. Zur Behandlung akuter Attacken kommen neben klassischen Schmerzmitteln wie Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin auch spezielle Migränemedikamente, beispielsweise Triptane, zum Einsatz. Zur Vorbeugung können unter Umständen bestimmte Herzmedikamente, Antidepressiva oder moderne Antikörpertherapien helfen. Darüber hinaus spielen auch hier Lebensstilfaktoren eine wichtige Rolle: regelmäßiger Schlaf, ein bewusster Umgang mit Stress sowie der Kenntnis von individuellen Auslösern, um ein frühzeitiges Gegensteuern zu ermöglichen.
Als sekundäre Kopfschmerzen werden Kopfschmerzen bezeichnet, denen eine schwere Erkrankung zu Grunde liegt. Dies kann zum Beispiel ein Aneurysma, eine Ausbuchtung eines Blutgefäßes im Gehirn sein, welches platzt und dann zu einer akut lebensbedrohlichen Blutung führt. Typische Symptome sind dabei plötzlich auftretende, stärkste, nie dagewesene Kopfschmerzen – „wie mit einem Hammer auf den Kopf" – oder Beschwerden in Verbindung mit neurologischen Ausfällen, Fieber oder Nackensteifigkeit. In diesen Fällen sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.
„Wer häufig unter Kopfschmerzen leidet oder unspezifische Symptome hat, sollte ein Kopfschmerztagebuch führen und dieses mit einem niedergelassenen Neurologen besprechen", empfiehlt der Experte.
In einem Kopfschmerztagebuch werden Häufigkeit, Dauer, Intensität und mögliche Auslöser der Schmerzen dokumentiert. Diese Aufzeichnungen liefern wertvolle Hinweise für die Diagnose und helfen dabei, die individuell passende Therapie zu finden.
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